Sonntag, 22. Juli 2018

Gespannt schaue ich beim Flugzeugfenster raus. Laut dem Infoschirm müssten wir über dem Ochotskischen Meer sein und somit bald Kamtschatka zu erkennen sein. Und tatsächlich, es taucht unter dem Flugzeugflügel die Westküste Kamtschatkas auf, ein mäandrierender Fluss spiegelt sich im Licht. Ein denkwürdiger Augenblick für mich. Leider verschwindet kurze Zeit später Kamtschatka wieder unter einer Wolkendecke.

Wir kommen zeitgerecht (10 Uhr vormittags) in Elitsovo (Nachbarort und Flugplatz von Petropavlovsk-Kamtschatski) an und können unser aufgegebenes Gepäck unbeschädigt in Empfang nehmen. Auch der Kocher ist noch drinnen. Meine Tasche wurde während der Anreise geöffnet, die Sachen waren nicht mehr am selben Platz, wo ich sie in Wien verstaut habe. Egal, raus aus der „russischen“ Gepäcksempfangshalle und raus vor den Flughafen. Hoffentlich steht da jemand mit einem Schild mit meinem Namen drauf. Leider nein. Wir laufen ein paar Minuten verwirrt umher, dann taucht eine Frau mit ihrem Sohn auf, mit dem passenden Namensschild in der Hand – die Vermieterin unseres Quartiers.

Zum Wetter: Schon beim Anflug zeigte es sich, dass sich Petropavlovsk-Kamtschatski (von den Einheimischen und ab jetzt auch von mir PK genannt) unter einer tiefhängenden, sehr dichten und grauen Wolkendecke verbirgt, aus der aus auch noch regnet. Keine Sicht auf Hügel, Berge oder Vulkane – Unmut macht sich breit, sollen wir jetzt extra so weit gereist sein, um nichts zu sehen?

Die Dame fährt mit uns nach PK und beginnt eine Konversation mit uns, ihr Sohn dolmetscht so gut es geht. Auch ein Foto vor einer Skulptur „Hier beginnt Russland“ wird gemacht. Unser Quartier ist noch in der Endreinigung, so fahren wir ins Zentrum von PK, um uns den verregneten Strand anzusehen. Endlich ist das Quartier frei und wir können es beziehen.

Unser Quartier besteht aus einer kleinen Wohnung, ca. 40 m². Auch Internet und WLAN ist vorhanden. Das ist gut, wir können über WhatsApp zuhause melden, dass wir gut angekommen sind. Die Wohnung besteht aus einem Bad mit WC sowie einen Hauptraum als Wohnzimmer mit Einbauküche. Perfekt für zwei Personen, da auch zwei Einzelbetten vorhanden sind. Eine dritte Person könnte auf der ausziehbaren Sitzgruppe, die vor einem Fernseher steht, schlafen.

Apropos schlafen, irgendwie sind wir wie in Trance, die durchgemachte Nacht auf dem Flug Wien – Moskau sowie die Zeitverschiebung von 10 Stunden machen uns zu schaffen. Wir schaffen es aber trotzdem noch, uns einzurichten und die ersten Kontakte zu knüpfen. Aus einem Reisebericht auf outdoorseiten.net habe ich zwei Telefonnummern entnommen, die zu Anbietern von Transfer-Dienstleitungen gehören sollen. Ich probiere mal die erste Nummer von „Anastasia“. Sie hat WhatsApp, somit schreibe ich ihr gleich unsere Wünsche bzgl. des ersten Transfers (zum Nationalpark Nalychevo). Ich warte auf eine Antwort – sie wird nicht mehr kommen. Schade, der Name hat mir gefallen. Sicherheitshalber schreibe ich gleich auch der zweiten Nummer, die „Olga“ gehört. Hurra, eine Antwort! Und auch in Englisch! Es zeigt sich, dass sich hinter der Nummer von „Olga“ Anton verbirgt, der Mann Olga’s. Mit den beiden haben wir riesiges Glück, wie wir später noch erleben werden.

Schnell noch den Transfer für Dienstag vereinbart und auch informiert, wo wir Gaskartuschen mit Schraubverschluss sowie Bärensprays kaufen können. Beides dank Anton kein Problem. Wir kaufen noch etwas Lebensmittel ein und erleben eine Markthalle, in der Lebensmittel ähnlich wie in einem Basar verkauft werden. Auch konsultieren wir einen Geldautomaten. Nach Hause zurückgekehrt putze ich mir mit der neu erworbenen Zahnpaste die Zähne, mir fällt auf, dass die Paste eine ganz andere Konsistenz als bei uns zuhause hat.  Nach der Feststellung, dass es sich bei der Paste um eine Klebepaste für dritte Zähne handelt gehen wir erschöpft schlafen.

Zum Transfer: Wir fragen auch unsere Vermieterin, den Transfer betreffend. Sie nennt uns einen exorbitant hohen Preis, der uns total überzogen vorkommt – was sich später auch bestätigen wird.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.