21. Juli 2006 – Bye, Bye, Norwegen

Strecke:

Karasjok – Naturreservat Kevo (34 km)

Bericht:

Heute besuchten wir das Sapmi-Zentrum, ein Informationszentrum mit Freiluftanlage und Multimedia-Vorführung, die die samische Geschichte bis in unsere Zeit erzählt. Die Vorführung war interessant, da sie die rasche Veränderung in der Lebensweise der Samen zeigte. Auf dem Gelände des Zentrums befindet sich auch ein samisches Restaurant, in dem samische Gerichte angeboten werden. Wir entschieden uns für eine Rentierfleischeintopf mit Gemüse als Beilage – es war eine gute Entscheidung. Nach diesem abschliessenden Höhepunkt verlassen wir Norwegen und steuern auf das 770 km2 grosse Naturreservat zu, in dem wir uns morgen etwas aufhalten wollen.

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20. Juli 2006 – Abschied vom Norden

Strecke:

Vardo – Vadso – Tana Bru – Karasjok (378 km)

Bericht:

Wir verlassen unseren schönen Stellplatz mit Blick auf die Barentssee um Vardo zu besuchen. Auf dem Weg nach Vardo statten wir dem Tundraboden einen letzten Besuch ab. Wir gingen federnden Schrittes (der Tundraboden gibt unter den Schuhen nach, ähnlich wie auf einem extrem weichen Moospolster) darüber und machten ein paar Nahaufnahmen vom überall präsenten Wollgrass.

Vardo ist die östlichste Stadt des westlichen Europas und nur durch einen 3 km langen Tunnel zu erreichen, der unter dem Meer auf die Insel führt. Wir fuhren durch und besichtigten ein russisch/norwegisches Museum sowie eine Festungsanlage.

Nach Vardo geht es wieder zurück bis Tana Bru, dort bogen wir Richtung Karasjok und somit Richtung Süden ab. Ab jetzt geht es eigenlich heimwärts, obwohl wir noch einige Tage unterwegs sind. Die Landschaft verändert sich drastisch, vom Tundraboden zu den endlosen Wäldern, die dem Lappland so eigen sind. Karasjok ist ein Samenzentrum, daher bleiben wir da stehen um ein paar Museen, Ausstellungen usw. zu besuchen. Gleichzeitig wird dies unsere letzte Nacht in Norwegen sein, da es morgen Richtung Finnland weitergeht.

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19. Juli 2006 – Vom Norden in die arktische Klimazone

Strecke:

Gamvik – Tana Bru – Vadso – Vardo – Hamningberg (402 km)

Bericht:

Nach einer stürmischen Nacht besuchten wir den Leuchtturm und stellten uns direkt davor – mit freien Blick Richtung Norden. Es ist schon ein eigenes Gefühl zu wissen dass zwischen uns und dem Nordpol nur mehr Wasser ist – und der Wind ist auch nicht zu verachten. Danach brachen wir auf und besuchten das Gamvik Museum. Museen dieser Art darf man sich nicht wie die üblichen Museen vorstellen. Es sind meistens adaptierte Lagerhäuser, in denen das ganze alte Zeugs aus der Umgebung gesammelt und liebevoll aufbereitet wird. So auch in Gamvik. Hübsche, alte Ausstellungsstücke erzählen die Geschichte von diesem Ort. Man sieht alte Haushaltsgeräte, Jagdwerkzeuge, Boote, auch ein paar präparierte Tiere sind ausgestellt. Es steht auch ein alter Diaprojektor herum, mit dem man alte Dias aus der Umgebung von Gamvik betrachten kann. Man setzt sich auf alte Kisten und schaltet manuell Dia für Dia weiter – das alleine war schon den Besuch des Museums wert. Zusätzlich arbeitet dort ein Biologe aus Südnorwegen, den es seit 6 Jahren nach Gamvik verschlagen hat. Ein äußerst netter, hilfebereiter und redegewandter Geselle, der sichtlich Freude daran hatte, uns ein paar interessante Informationen und Tips weiterzugeben. Auch einen Stockfisch mussten wir kosten. Zusammenfassend solltest Du, falls Du in diese Gegend kommst, das Museum unbedingt besuchen. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, statt dem touristisch sehr erschlossenen Nordkap, das einsame Gamvik als nördlichsten Punkt zu wählen.

Nach Gamvik fuhren wir dieselbe Strasse retour, auf der wir gekommen sind. Das heisst, wieder das endlose Fjell mit einer endlosen (10km) Schotterpiste – unsere bereits bekannte Baustelle. Hier erlebten wir auch einen 200%igen Temperatursprung – von 2°C auf 6 °C.

Nach Ifjord gelangten wir auf das Ifjordfjell – ein wunderschönes, farbenprächtiges Hochplateau (ca. 350m). Türkis, Rot, Braun, Grün, Gelb, … in allen Schattierungen zeigt sich hier die Natur. Da sich hier auch die Weidegründe der Samen befinden, fuhren wir an der einen oder anderen Rentierherde vorbei.Die Strasse nach Vardo verläuft der Küste entlang und ist sehr einsam. Hie und da taucht ein kleines Fischerdörfchen auf. An Vardo vorbei, eine wunderschöne Strasse nach Hamningsberg. Vorbei an zerklüfteten Felsen, tosender Brandung verläuft sie – Science Fiction Fans könnte die Gegend bekannt vorkommen. Da wir uns hier bereits in der arktischen Klimazone befinden, haben wir auch die Möglichkeit, den Tundraboden (Permafrost) zu bewundern und betasten. Dank für den Tip mit der Strasse an unseren Freund vom Museum in Gamvik – er meinte, sie ist die Schönste in der Finnmark. Entlang dieser Stasse fanden wir auch ein Plätzchen zum Nächtigen.

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18. Juli 2006 – Geschafft!!! In Gamvik

Strecke:

Hammerfest – Lebesby – Mehamn – Gamvik (401 km)

Bericht:

Nach der fast durchgemachten Nacht (wir beobachteten und filmten die Mitternachtssonne), ging es weiter Richtung unseres nödlichstes Ziel, Gamvik. Wieder ging es über ein endloses Fjell, bis wir bei Ifjord Richtung Mehamn abbogen. Auf dem anschliessenen Fjell war eine kilometerlange Baustelle, was Schrittempo über rüttelige Schotterpiste bedeutete. Dafür wurden wir aber anschliessend mit der neu angelegten und asphaltierten Strasse belohnt. Am Fjell war es so richtig unheimelig, fast an der Wolkengrenze, kaum oder kein Bewuchs, nur Steine und ein richtiger Sturm. Wir mussten da durch, also fuhren wir unverdrossen weiter. Endlich sind wir in Mehamn angelangt und Richtung Gamvik abgebogen – die lezten 20 km und wir sind da (N71 05.299 E28 13.076) !!!!!!! Vor uns ein Leuchtturm (der weltweit nördlichste auf einem Festland gebauter Leuchtturm, der noch in Verwendung ist) und ein paar Häuschen, dann hört Europa auf. Das Wetter ist sehr stürmisch und die Wolken hängen sehr tief – was eigentlich zu erwarten war 🙂

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17. Juli 2006 – Zur nördlichsten Stadt der Welt

Strecke:

Jokelfjord – Alta – Hammerfest (256 km)

Bericht:

Nach einer sehr ruhigen Nacht verließen wir den Jokelfjord (Der Gleitscher, der dort in das Meer „kalbt“ war für unsere Maßstäbe nicht die Wanderung wert) und weiter ging es Richtung Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. Auf der Fahrt die atemberaubende Landschaft – wir fahren immer öfters der Baumgrenze entlang. Etliche Kilometer fuhren wir auf eine endlos weiten Hochebene nach Alta auf der wir auch unsere ersten Rentierherden sahen. Vor diesem Fjell bot ein Sami seine Waren an, wir kauften ihm ein paar Rentierfelle ab. Der Sami war sehr nett und wir verabschiedeten und mit Handschlag. Auf dem Fjell sahen wir vereinzelt Häuser, ansonsten ist es unbewohnt. Während wir Richtung Norden fuhren klärte sich auch der Himmel immer mehr auf, bis wir in Hammerfest wieder auf Sonnenstein stießen. Die Aussentemperatur schwankt abhängig von der Höhe zwischen 8°C bis 15°C. Jetzt stehen wir auf einem sehr schönen Rastplatz im Ort Forsol nahe bei Hammerfest und hoffen, dass wir heute die Mitternachtssonne beobachten und filmen können.

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16. Juli 2006 – Dem Lyngenfjord entlang

Strecke:

Tromso – Lyngenfjord – Langfjorden – Jokelfjord (325 km)

Bericht:

Der heutige Tag begann mit dem Besuch von zwei Museen, dem Tromsomuseum und dem Polarmuseum. Im Tromsomuseum konnte man die Samenkultur begutachten und auch weitergehende Informationen über das Polarlicht einholen. So wurde z.B. in einem fast luftleeren Würfel der Weltraum simuliert und man konnte auf Knopfdruck das Polarlicht an einer magnetischen Kugel im Raum bewundern – war schon beeindruckend. Im Ganzen war das Tromsomuseum sehr modern aufgebaut und empfehlenswert. Von ganz anderer Sorte war das Polarmuseum. In einem alten Haus im Hafen von Tromso gelegen (das Haus war früher Lagerhaus der Zollbehörde), ist dieses Museum eher rustikal. Als Hauptthemen beinhaltet es Roald Amundsen und die alte Polarschiffahrt (Wal- und Robbenjäger, Polarexpiditionen, …). Sehr schöne, alte Artefakten sind in diesem Museum ausgestellt – uns hat dieses Museum wegen seiner Originalität besser gefallen.

Genial in Tromso ist das Tunnelsystem. Der ganzen Stadt entlang gibt es einen Tunnel, in dem jeweils Kreisverkehre angelegt sind, die zu den Ausgängen führen. Ein komplettes Verkehrssystem im Berg – eine grandiose Idee, wie wir fanden.

Wir trennten uns von Tromso und fuhren weiter Richtung Jokelfjord. Während der Fahrt wurde der Himmel immer blauer und auf einem Fjell fanden wir einen Rastplatz mit grandioser Aussicht Richtung Norden. Unter uns Meer und Inseln, in der Ferne Berge – der ideale Platz zum Mitternachtssonne beobachten. Die Freude war gross – währte jedoch nicht lange, da Wolken aufzogen. So gegen 20:00h beschlossen wir weiterzufahren, da von der Sonne nichts mehr zu sehen war – schade …

Am Jokelfjord kamen wir dann so gegen 22:30h an, taghell natürlich. Überdies, das mit dem Tageslicht ist schon eigenartig. Es ist rund um die Uhr taghell. Eine eigenartige, fremde Welt. Ein paar Tage zuvor hat mein GPS plötzlich auf Nachtdesign umgeschaltet – der Grund: es gibt keinen Sonnenaufgang und –untergang hier um diese Zeit. Zurück zum Jokelfjord. Extreme Ruhe ist das Beeindruckendste hier am Fjord. Man hört buchstäblich nichts (ausser ein paar Regentropfen und die Natur). Der ideale Platz zum Nächtigen.

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15. Juli 2006 – Von Narvik nach Tromso, Aussichtsberg

Strecke:

Narvik – Bardu – Balsfjord – Tromso (256 km)

Bericht:

Nachdem wir ungestört nächtigten, fuhren wir unseren Weg weiter. Für diesen Tag ist die Fahrt bis Tromso geplant. Auffällig war, das sich das Wetter gebessert hat. Kein Niederschlag auf der ganzen Fahrt. Bei einer Kreuzung wurden wir etwas wehmütig – geradeaus ging es weiter auf die Lofoten, rechts Richtung Tromso. Wir nahmen uns ein Herz und bogen Rechts ein. Belohnt dafür wurden wir durch heiteres Wetter in Tromso. Vis a vis von Tromso gibt es eine Gondelbahn zu einem Aussichtsberg. Wir nutzten die Gunst der Stunde und fuhren hinauf. Die Aussicht war schon beeindruckend. Im Hintergrund schneebedeckte Bergspitzen, unter uns Tromso, das über eine 1 km lange Brücke erreichbar ist.

In Tromso selbst suchten wir das Polaria auf – zu sehen gibt es Bartrobben, ein arktisches Aquarium und einen Panoramafilm über Spitzbergen. Jetzt fanden wir wieder ein Parkplatz und freuen uns auf die nächste ruhevolle Übernachtung:-)

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